Nostalgie: Flimmerkistenschmaus

Es gibt Gerichte, die sind unvergesslich mit einer ganz bestimmten Zeit verbunden. Man schwärmt ein Leben lang von ihnen und denkt dabei an wunderschöne Momente. Für mich ist das der Flimmerkistenschmaus. Er stand auf der Karte der Flimmerkiste, seiner Zeit eines der bekanntesten Lokale in Krefeld. Urgemütlich mit alten Filmplakaten, alten Schulbänken, einem Kondomautomaten auf dem Flur zur Toilette und jede Menge antikes Gelumpe überall.

Witzig geschrieben eine ganz kleine Speisekarte, die mit den Worten begann „Die besten Köche spielen Skat in unserer Küche“ und endete mit „Die Preise sind Endpreise (inkl. Bedienung, Minderwertsteuer, Katzensteuer, Pflaumenkuchensteuer und Kirmesgeld für Heidenkinder in Tirol)“

Es gab wirklich nur kleine Gerichte, wie z.B. die Gulaschsuppe nach Unart des Hauses, die Zwiebelsuppe für Männer, die im Keller husten und der Stolz der Bruchbude – OPA`s Bratwurst. Und natürlich, den Flimmerkistenschmaus……ach wie hab ich den geliebt. Leider haben sie das Rezept nicht rausgerückt und nachdem das Lokal vor vielen Jahren geschlossen wurde schien auch das Geheimnis des Flimmerkistenschmaus für immer eines zu bleiben.

Ich habe viel herumexperimentiert und bin letztlich auf eine Version gekommen, die dem damaligen Schmaus sehr nahe kommt. Und danach habe ich auch diesen Schmaus zubereitet. Und während ich den Artikel schreibe und nochmal im Netz nach der Flimmerkiste suche finde ich ……. das Originalrezept. Dieses Jahr veröffentlicht! Hier

Hier ist es

Pro Person 200 g Schweinefilet
Salz
weisser Pfeffer
1 EL Rosenpaprika
1 TL geröstetes Mehl
1 Ei
2 EL Tomatenketchup
Oel

1 Scheibe Toastbrot

Die Zwiebel nicht zu fein schneiden und anbraten. Fleisch in 1 cm Würfel schneiden. Mehl, Paprika, Salz und Pfeffer vermischen. Das Fleisch dazugeben und mit der Hand alles gut vermischen. Gewürze, die nicht am Fleisch haften nicht dazugeben.  Fleisch zu den Zwiebeln geben und zügig anbraten. Bratfett abgiessen. 1 verquirltes Ei dazugeben und mit Ketchup „abschrecken“. Die Bratzeit sollte nicht länger dauern als das Toastbrot zum rösten braucht.

Das Ganze auf Toastbrot anrichten. Unbedingt dazu gehören Gürkchen und Möhrensalat.

Hätte  ich das Rezept irgendwo gelesen und gesehen, ich hätte es mit Sicherheit nicht nachgekocht. Sowas kann man nur essen, wenn man die passenden Erinnerungen im Kopf hat…..

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Published in: on 31. Juli 2011 at 06:47  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das ist das leckerste Essen, was ich je gegessen habe. Werde die Nächte in der Flimmerlkiste nie vergessen.
    Danke für das Rezept! LG, Valerie

    • Da kann ich dir nur zustimmen Valerie …… schade, dass es den Laden heute nicht mehr gibt.
      LG Heidi

  2. Es war immer ein Genuss, nach Feierabend, in meiner aktiven Kneipenzeit, den Flimmerkistenschmaus als krönenden Abschluss….
    FLO- Hüls


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